Polen :

Kartoffelerzeugung ist veraltet und ertragsschwach

Kartoffeln werden in Polen auf einer verhältnismäßig großen Fläche angebaut, aber ganz überwiegend für den Eigenverbrauch und nach veralteten Verfahren. Wie die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) mitteilte, ist die Produktion in den vergangenen vier Jahren stetig zurückgegangen. Im Jahr 2000 umfasste der Anbau rund 1,25 Mio. ha oder 10,1 Prozent der Ackerfläche; das entsprach etwa dem Kartoffelareal der gesamten Europäischen Union. In Deutschland beispielsweise nehmen Kartoffeln nur rund 2,5 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche ein. Im Gegensatz zum Areal sind die Erträge in Polen bescheiden; im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre erreichten sie nur 17,1 t/ha. Stetige Ertragssteigerungen, etwa durch technischen Fortschritt, waren nicht zu beobachten. Auch der geschätzte Ertrag des Vorjahres von 18,2 t/ha bis 19,0 t/ha fiel noch nicht positiv aus diesem Rahmen. Die Gründe für das Ausbleiben von Verbesserungen sind vielfältig: Der Anteil der vermarkteten Kartoffeln ist relativ klein. Mit geringstmöglichem Aufwand wird vor allem für die Selbstversorgung und die Viehfütterung produziert. Von der auf 22,7 Mio. t bis 23,8 Mio. t veranschlagten Ernte des vergangenen Jahres gingen nur etwa 3,5 Mio. t bis 3,6 Mio. t über den Markt zum Verbraucher in den Städten, zu Stärke- und Alkoholherstellern beziehungsweise zu den Produzenten von Pommes frites und Chips. Die Kartoffelanbauer verfügen zudem in der Regel nur über sehr kleine Betriebe. Der Einsatz von zertifiziertem Pflanzgut spielt aus Kostengründen kaum eine Rolle. In den vergangenen Jahren ist das Vermehrungsareal immer weiter zurückgegangen. Den landwirtschaftlichen Unternehmen fehlt es außerdem an Geld, um in Betriebsmittel zu investieren. Dazu trug auch bei, dass viele Kartoffelernten der neunziger Jahre nur zu vergleichsweise niedrigen Preisen zu vermarkten waren. Schließlich setzten die polnischen Kartoffelerzeuger relativ wenig Dünge- und Pflanzenschutzmittel ein.

 


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